foto © sandra böschenstein

die band spielt skeptische tropen, einwegstücke des unwägbaren, kilometerlang,
sekundenschnell, gestrüpp, geröll. sie schöpft aus dem vollen sprach/klanglicher
abtastwerte und stichproben, fängt lieblingsstellen ein, lässt sie wieder fliegen.

annette schmucki spielt einen roland sp-404sx.
ihre erste generation der samplebildung:
wort-, silben-, phonemklänge auf 7 almglocken im
tonhöhenbereich fis'- e''

petra ronner spielt einen roland sp-404sx.
sie verwendet samples aus dem persönlichen klangreservoir:
field recordings, improvisation mit objekten und geräten, klavierklänge im
tonhöhenbereich A2–c'''''



band eins
deszpot #006 / Limitierte Edition DESZPOT










23.5.2012 moods im schiffbau. foto©ariane lugeon


videostill 'band cuts' © ernst thoma

(...) Neu in vielerlei Hinsicht, ja vielleicht das experimentellste Projekt an diesen
drei Abenden war jedoch eine "Band" mit dem ungewöhnlichen Namen Skeptische
Tropen
, die aus der Komponistin Annette Schmucki und der Pianistin Petra Ronner
besteht. Die beiden stehen einander an einem Tischchen gegenüber. Vor ihnen
liegen zwei Sampler Roland SP-404SX, auf denen sie Zahlen einstellen und Knöpfe
drehen (wie man, ohne dass das synchron liefe, auf dem darüber abgespielten
Video Band-Cuts von Ernst Thoma mitverfolgen kann). Auf diesen Samplers sind
Klänge und Geräusche gespeichert: bei Schmucki Wort-, Silben-, Phonemklänge
auf 7 Almglocken im Tonhöhenbereich fis'- e'' (so das Programmblatt), bei Ronner
"Samples aus dem persönlichen Klangreservoir: field recordings, Improvisation mit
Objekten und Geräten, Klavierklänge im Tonhöhenbereich A2–c'''''. Dazwischen
spricht Schmucki ein paar Worte ins Mikrofon. Diese nun live manipulierten Klänge
und Geräusche sind die "skeptischen Tropen": "unwägbare Einwegstücke, kilometer-
lang, sekundenschnell, Gestrüpp, Geröll". Sie haben etwas vom Charme früher
elektronischer Musik klingen etwas ungelenk und kaum dynamisch, sondern flächig,
und sie standen damit ziemlich querab von der Virtuosität der zuvor gehörten
Improvisation. Aber das war in Ordnung so, zumal die beiden das unprätentiös
vortrugen. So gesehen bot die Studer-Residence schöne, unaufgeregte Anlässe
- da wurde einfach Musik gemacht, und zum Teil auf überraschende Weise. (...)
Thomas Meyer, Dissonance 119, 09.2012




5.5.2012 durchzug, bahnhof baden. foto©christoph gallio


foto © dorothea rust